Das HBG setzt ein Zeichen gegen Antisemitismus – Stolpersteine in Ludwigshafen

An einem Montag im Erdkunde-LK fragte uns Herr Barth, wie wir die Idee fänden, Stolpersteine zu putzen, als Zeichen gegen Antisemitismus, als Zeichen der Erinnerung. Der Kurs zeigte sich begeistert und wir beschlossen, das nächste Mal im Stadtteil Mundenheim die Stolpersteine polieren zu gehen.

Herr Barth bereitete uns mit zwei Einheiten zum Thema „Antisemitismus-Was ist das?“ und „Ludwigshafen setzt Stolpersteine“ vor. Dies hat uns geholfen, besser zu verstehen, warum es überhaupt die Stolpersteine gibt und aus welchem Grund sich am 09.11.2018 Schulen in ganz Ludwigshafen bereit gezeigt haben, diese in Erinnerung ins Leben zu rufen.

„Antisemitismus ist eine bestimmte Wahrnehmung von Juden, die sich als Hass gegenüber Juden ausdrücken kann. Der Antisemitismus richtet sich in Wort oder Tat gegen jüdische oder nicht jüdische Einzelpersonen und/oder deren Eigentum, so wie gegen jüdische Gemeindeinstitutionen oder religiöse Einrichtungen“ – so die IHRA, eine Internationale Allianz für Holocaust-Gedenken. So bezieht sich die Bundesregierung auf diese Definition von Antisemitismus und fordert die Verwendung dieser in der Schul- und Ausbildung.

„Wer stolpern muss, wird – zumindest für einen kurzen Augenblick – aufgehalten auf seinem eiligen oder achtlosen Weg.“ Stolpersteine sollen an die Opfer der Naziregimes erinnern, an Juden als die größte Opfergruppe, aber auch an die Vertreibung und Vernichtung der Sinti und Roma, an die Opfer politischer und religiöser Verfolgung sowie der Euthanasie und an die Verfolgung Homosexueller. In Ludwigshafen legte man am 22.11.2007 das erste Mal Stolpersteine auf Gehwegen der Stadt. Diese gehen auf den Kölner Künstler Gunter Demnig zurück. In ihrer Oberfläche sind die Namen und Lebensdaten von Ludwigshafener Verfolgten des Dritten Reichs eingelassen.

Die Aufklärung ist von großer Bedeutung, da trotz alldem immer noch Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung herrscht. Wir als Erdkunde LK der 10. Klasse am Heinrich-Böll-Gymnasium, haben uns bewusst gegen dies entschieden und säuberten die Stolpersteine der Familie Wetzlar in der Karolina-Burger-Straße in Mundenheim.