Islamischer Religionsunterricht

Der islamische Religionsunterricht in der Sekundarstufe I

1- Begründung des Islamischen Religionsunterrichts (IRU)

Der Religionsunterricht hat nach Art 7 GG einen verfassungsrechtlich verankerten Platz im Fächerkanon der Schule. Er leistet einen wichtigen Beitrag zur religiösen Bildung als Teil einer allgemeinen Bildung. Er wird „in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften erteilt“.

Rheinland-Pfalz hat sich angesichts der Bedeutung der religiösen Bildung im Rahmen allgemeiner Bildung und angesichts deren Bedeutung für die Integration einer größeren Bevölkerungsgruppe entschieden, eine Erprobung des islamischen Religionsunterrichts nun auch in der Sekundarstufe I mit lokalen muslimischen Ansprechpartnern vorzunehmen – zunächst im Rahmen eines Modellversuchs mit Ludwigshafener Schulen.

Durch islamischen Religionsunterricht erfahren Schülerinnen und Schüler aus muslimischen Elternhäusern religiöse Bildung. Der islamische Religionsunterricht trägt dazu bei, religiöse Identität zu bilden und dadurch einen von Toleranz geprägten Umgang mit Menschen anderer Religionen und Weltanschauungen zu unterstützen.

2- Beitrag des islamischen Religionsunterrichts zu Bildung und Erziehung

Im Mittelpunkt des islamischen Religionsunterrichtes stehen existentielle Fragen, die über den eigenen Lebensentwurf, die eigene Deutung von Wirklichkeit und über individuelle Handlungsoptionen entscheiden. Die Schülerinnen und Schüler eignen sich im Religionsunterricht Wissen, Fähigkeiten, Einstellungen und Haltungen an, die für einen sachgemäßen Umgang mit der eigenen Religiosität und mit anderen Religionen und Weltanschauungen in einer pluralistischen Gesellschaft notwendig sind. Damit unterstütz Religionsunterricht die Identitätsbildung und die religiöse Selbstbestimmung der Schülerinnen und Schüler und fördert in einem wechselseitigen Prozess die Verständigung mit anderen religiösen und weltanschaulichen Positionen.

 3 – Kompetenzen im islamischen Religionsunterricht

 Folgende allgemeine, grundlegende religiöse Kompetenzen werden im islamischen Religionsunterricht angestrebt:

  1. Religiös bedeutsame Phänomene wahrnehmen und beschreiben: Wie z.B.: Religiöse Spuren und Dimensionen in der Lebenswelt aufdecken.
  2. Religiös bedeutsame Sprache und Zeugnisse verstehen und deuten: Wie z.B.: zentrale religiöse Fachbegriffe verwenden und erläutern.
  3. In religiösen und ethischen Fragen begründet urteilen und handeln: Wie z.B.: Gemeinsamkeiten und Unterschiede von religiösen Überzeugungen erkennen und benennen.
  4. Am interreligiösen Dialog argumentierend teilnehmen: Wie z.B.: sich aus der Perspektive des muslimischen Glaubens mit anderen religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen argumentativ auseinandersetzen.

4 – Inhaltliche Konzeption des Lehrplans (5./ 6. Klasse)

Folgende sieben Gegenstandsbereiche bieten sich die Module für die Klassenstufe 5 und 6 beispielsweise an:

  • Allah (Gott) und der Koran
  • Muhammad und sein Leben (Sunna)
  • Propheten
  • Islamische Ethik
  • Religiöses Leben
  • Andere Religionen / Philosophien
  • Die Muslime und ihre Gemeinschaft (Umma)