Italienaustausch 2017

Es heißt immer, das Reisen, das Entdecken der Welt und das Kennenlernen von neuen Kulturen und Traditionen bilde den Menschen am besten weiter. Nach dem diesjährigen Schüleraustausch kann ich diese Aussage nur bestätigen. Ich bin unglaublich dankbar, dass das Heinrich-Böll Gymnasium und die Partnerschule in Turin, das Convitto Nazionale Umberto I, einen solchen Austausch zwischen den deutschen und italienischen Schülerinnen und Schülern ermöglicht haben.

 Am Morgen des 21. September traten wir unsere lange Busreise nach Turin an. Voller Vorfreude und Aufregung machten wir uns auf ins Unbekannte. Trotz aller Nervosität wurden wir mit offenen Armen empfangen. Sowohl Lehrer und Schüler als auch die Familien waren uns gegenüber sehr gastfreundlich und offen. Nach der lang ersehnten Ankunft verbrachten wir den restlichen Abend mit unseren Gastfamilien. Gleich zu Beginn habe ich mich dort sehr wohl gefühlt. Mit traditionell italienischer Pasta zum Abendessen lernten wir uns näher kennen und plauderten über unsere verschiedenen Herkunftsländer.

 Am ersten Tag unseres Schüleraustauschs trafen wir uns alle in der im Zentrum gelegenen Schule. Nach einer kleinen Präsentation über die wichtigsten Wahrzeichen der Stadt entdeckten wir alle gemeinsam Turin. Unter anderem besichtigten wir den prunkvollen Palazzo Madama im Herzen Turins. Nach unserem Programm hatten wir Freizeit und verbrachten den restlichen Tag mit unseren Austauschpartnern und Familien. Meine Gastfamilie bemühte sich sehr, mir sogleich die italienische Küche und Kultur nahezubringen. Sie nahmen mich in eine traditionell italienische Pizzeria mit und wir aßen gemeinsam „Gelato“.

 Am Wochenende stand Familienleben auf der Tagesordnung. Ich hatte das große Glück, gemeinsam mit meiner Gastfamilie nach Mailand fahren zu können. Da an diesem Wochenende die italienische „Fashion Week“ stattgefunden hat, erfüllte sich für mich ein kleiner Traum. Die Millionenmetropole war voller Leben, einflussreicher Designer und Großstadtflair. Samstag und Sonntag besichtigten wir dort die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und schlenderten in der Innenstadt. Ich lernte die Mailänder Küche kennen und meine Austauschschülerin und ich freundeten uns allmählich an.

 Montags folgte dann das nächste Highlight unserer gemeinsamen Zeit. Wir fuhren zusammen nach Noli, eine kleine Gemeinde in Ligurien mit einer wunderschönen Bucht. Abgesehen von einer kleinen Entdeckungstour, verbrachten wir den Tag am Strand. Die letzten sommerlichen Tage nutzten wir, indem wir baden gingen und Beach Volleyball spielten. Schon jetzt entwickelten sich durch die gemeinsamen Ausflüge Freundschaften, die uns unter anderem dabei halfen, unsere Sprachkenntnisse aufzufrischen.

Die darauffolgenden Tage dienten vor allem dazu die wichtigsten kulturellen Wahrzeichen der Stadt zu besuchen. Unter anderem besichtigten wir die Galleria Sabauda, das Kinomuseum in der Mole Antonelliana mit seiner beeindruckenden Aussicht über die Stadt und das Automuseum. Außerdem verbrachten wir die freien Nachmittage meist gemeinsam in der Stadt oder in Parks, wo uns unsere Austauschpartnerinnen und -partner die schönsten Einkaufsstraßen, die besten Eisdielen und die leckersten Focaccerias zeigten.

 Am letzten Abend vor unserer Abreise versammelten sich alle Schüler, Gastfamilien und Lehrer in der Schulmensa, wo wir Tag für Tag zu Mittag gegessen hatten. Rückblickend auf die schöne Zeit in Turin genossen wir die italienische Küche. Wir waren froh darüber, uns ein letztes Mal auszutauschen und die Gastfamilien unserer neu gewonnenen Freunde und Freundinnen kennenzulernen.

 Zusammenfassend kann ich sagen, dass der Schüleraustausch in Turin ein voller Erfolg gewesen ist. Nicht nur die Stadt Turin hat mir sehr gefallen, sondern auch das Leben in einer zunächst fremden Familie. Durch die Warmherzigkeit und Gastfreundschaft meiner Austauschpartnerin und ihrer Familie habe ich mich sehr willkommen gefühlt. Ich bin froh, eine solche Erfahrung gemacht zu haben, da sie mich selbstbewusster und weltoffener gemacht hat. Meine Italienischkenntnisse haben sich verbessert und ich stehe selbst nach dem Austausch noch mit meiner Gastschülerin in Kontakt. Ich persönlich bin dankbar, eine neue Freundin gefunden zu haben und kann es kaum erwarten, meine Gastschülerin im April nächsten Jahres wiederzusehen.

 Caroline Schell MSS 12